Erste Fotos aus der geheimen Kammer der Großen Pyramide von Gizeh

Position der Kammer innerhalb der Cheops Pyramide (Copyright: NewScientist)
Position der Kammer innerhalb der Cheops Pyramide (Copyright: NewScientist)

Sie könnten nur antike Graffiti-Schmierereien sein, die von einem der Arbeiter hinterlassen wurden, oder auch Symbole mit religiöser Bedeutung. Ein Roboter hat jetzt die ersten Bilder von Zeichnungen an der Wand einer winzigen Kammer in der Großen Pyramide von Gizeh zurück gefunkt, die seit 4500 Jahren kein Mensch mehr gesehen hat. Er half auch dabei, die Kontroverse um das einzige bekannte Stück Metall zu beenden, dass man bis jetzt in der Großen Pyramide entdeckt hat und zeigte Bilder einer "Türe", die zu einer weiteren geheimen Kammer führen könnte.

Es wird angenommen, dass die Große Pyramide als Grabmal für den Pharao Cheops (altägyptisch Chufu) errichtet worden ist und sie das letzte der Sieben Weltwunder der Antike ist, das noch existiert. Die Cheopspyramide enthält drei Hauptkammern: die Königinnenkammer, die Große Galerie und die Königskammer, die zwei Luftschächte enthält, die sie mit der Außenwelt verbinden. Doch seltsamerweise gibt es noch zwei weitere kleine Tunnel mit einer Größe von ungefähr 20 mal 20 Zentimetern, die an der Nord- und Südwand der Königinnenkammer aufsteigen und an Steintüren enden, bevor sie das Äußere der Pyramide erreichen (siehe Diagramm).

Die Funktion dieser Tunnel und Türen ist unbekannt, doch manche Wissenschaftler denken, dass eine oder sogar beide zu einer geheimen Kammer führen könnten. Zahi Hawass, der Minister der Ägyptischen Altertümerverwaltung, nennt die Türen das letzte große Geheimnis der Pyramide.

Es wurden mehrere Versuche unternommen, die Tunnel mit Hilfe von Robotern zu erforschen. Im Jahr 1993 kletterte ein Roboter ungefähr 63 Meter in den Tunnel an der Südwand hinein und entdeckte etwas, was eine kleine Steintüre mit Metallhaken zu sein schien. Metall wurde ansonsten bei keiner andern bekannten Struktur in der Pyramide gefunden und die Entdeckung verursachte Spekulationen darüber, dass diese Haken Türgriffe, Schlüssel oder gar Teile einer von Außerirdischen geschaffenen Energieversorgung sein könnten.

Im Jahr 2002 bohrte dann ein weiterer Roboter ein kleines Loch durch den Steinblock und filmte eine kleine Kammer, die von einem weiteren großen Steinblock begrenzt wurde, doch ansonsten leider kaum etwas. Jetzt erklomm ein Roboter, der von dem Ingenieur Rob Richardson von der britischen University of Leeds und seinen Kollegen entworfen worden war und nach dem Zauberer Djedi benannt wurde, den Pharao Chufu um Rat fragte, als er sein Grabmal plante, den Tunnel und hatte eine wendige "Micro Snake Kamera" dabei, die um Ecken sehen kann.

Nahansicht der roten Zeichnungen auf dem Boden hinter dem ersten Steinblock (Djedi Team)
Nahansicht der roten Zeichnungen auf dem Boden hinter dem ersten Steinblock (Djedi Team)

Die Bilder, die von der Kamera zurück gesendet wurden, zeigten Hieroglyphen, die mit roter Farbe gezeichnet worden sind und Linien auf dem Stein, die Markierungen sein könnten, die von den Steinmetzen hinterlassen worden waren, als die Kammer gemeißelt wurde (Annales Du Service des Antiquités De L’Égypte, vol 84, ISBN: 978-977-704-184-3). "Wenn diese Hieroglyphen entschlüsselt werden können, könnten sie den Ägyptologen dabei helfen herauszufinden, warum diese mysteriösen Schächte gebaut wurden", so Richardson.

Ein Komposit des Bodens aus mehreren Einzelaufnahmen (Djedi Team)
Ein Komposit des Bodens aus mehreren Einzelaufnahmen (Djedi Team)

"Rote Zahlen und Graffiti sind um Gizeh sehr gebräuchlich", sagte Peter Der Manuelian, ein Ägyptologe von der Harvard University und Leiter der Giza Archives am Museum of Fine Arts in Boston. "Oftmals sind das Zeichen von Steinmetzen oder Arbeitergruppen und bedeuten Zahlen, Daten oder gar die Namen der Gruppen."

Da die Kamera um Ecken sehen kann, konnte man auch erstmalig die Rückseite der Steintüre untersuchen, was die fantasievolleren Theorien über die Metallhaken ausschloss, sagte der Entwickler der Kamera, Shaun Whitehead von der Forschungsgesellschaft Scoutek aus Melton Mowbray, GB. "Unsere neuen Bilder von der Rückseite der Haken zeigen, dass sie in kleinen, wunderschön gemachten Ringen enden, die wahrscheinlich eher eine Schmuckfunktion hatten, als dass sie ein elektrischer Anschluss sind."

Ein Komposit der Rückseite des ersten Steinblicks mit den Metallhaken (Djedi Team)
Ein Komposit der Rückseite des ersten Steinblicks mit den Metallhaken (Djedi Team)

Whitehead, der mit Dassault Systèmes im französischen Vélizy-Villacoublay zusammenarbeitet, fügte hinzu: "Außerdem ist die Rückseite der Türe poliert, sie muss demnach wichtig gewesen sein. Sie sieht nicht so aus wie ein grobes Stück Stein, das dazu gedacht war zu verhindern, dass Schotter in den Schacht gelangt."

Kate Spence, eine Ägyptologin von der University of Cambridge, die nicht an der Untersuchung beteiligt war, vermutet, dass die Tunnel lediglich symbolisch sind, da sie ja offenbar auch keinen praktischen Nutzen haben. "Die Metallhaken sehen wie symbolische Türgriffe aus und die Tunnel aus der Königinnenkammer sind in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, nicht Ost-West, deswegen bin ich fest davon überzeugt, dass ihre Funktion rein symbolisch ist und mit den Sternen zusammenhängt, nicht mit der Sonne", meinte sie.

Während die Königskammer ursprünglich Chufus Sarkophag beherbergte und möglicherweise auch seine Mumie, enthielt die Königinnenkammer wohl niemals die Überreste einer Königin: Chufus Ehefrauen wurden in den drei kleineren Pyramiden einzeln beigesetzt. Spence vermutet, dass in der Königinnenkammer einst eine "Ka-Statue" stand. Bei dieser Interpretation wären die Schächte gebaut worden, um Chufus Ka oder Seele den Übergang ins Jenseits zu ermöglichen.

Von der zweiten "Türe" am oberen Ende der Kammer, die rau und unfertig ist, vermutet Spence, dass sie ganz einfach das Ende des Schachtes darstellt. "Wahrscheinlich ist das nur ein Schlussstein – es wird keine weitere Kammer dahinter sein, das ergibt keinen Sinn", sagte sie. "Wie auch immer, es ist aus symbolischer Sichtweise faszinierend und diese Art von Forschung wird uns die Absichten verstehen lassen, die hinter dem Bau der Pyramide stehen."

Hawass, Leiter des Djedi Projektes, sagte, dass es aus keiner anderen Pyramide bekannt ist, dass sie einen Tunnel und Türen besitzt wie diese, was, wie er meint, darauf hinweist, dass es dort doch einen verborgenen Raum geben könnte. "Die Königskammer war vielleicht nur eine Attrappe, denn aus Sicht der Alten Ägypter war es das Wichtigste, die Grabkammer zu verbergen", sagte er. "Wir kennen die Geschichte, dass der Zauberer Djedi Pharao Chufu getroffen hat, der nach dem Gott Toth forschte, damit er das Geheimnis erfahren konnte, wie er seine Pyramide verbergen kann. Auf dieser Grundlage könnte man vermuten, dass vielleicht irgend etwas in der Pyramide versteckt ist."

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Quelle: http://www.newscientist.com/article/mg21028144.500-first-images-from-great-pyramids-chamber-of-secrets.html

(SOM)

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