Astro-Bild der Woche: Der Ringnebel im Sternbild Leier (NGC 6720)

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Der Ringnebel NGC 6720, aufgenommen vom Weltraumteleskop Spitzer. (NASA / JPL-Caltech / J. Hora (Harvard-Smithsonian CfA))
Der Ringnebel NGC 6720, aufgenommen vom Weltraumteleskop Spitzer. (NASA / JPL-Caltech / J. Hora (Harvard-Smithsonian CfA))

Aufgrund von Stimmengleichheit zweier Vorschläge musste erneut ein Münzwurf über das Astro-Bild der Woche entscheiden. Die Münze hat sich diesmal für Bild 2 entschieden, was bedeutet, dass der andere Vorschlag (Bild 4) nächste Woche zum Astro-Bild der Woche wird und sich das nächste Onlinevoting entsprechend verlängert.

Das Astro-Bild der Woche wird vielen Hobby-Sternguckern und Astronomie-Interessierten ein Begriff sein, wenn auch nicht mit diesem Erscheinungsbild. Es handelt sich um den planetarischen Nebel NGC 6720, besser bekannt als der "Ringnebel in der Leier". Die neben-stehende Aufnahme stammt vom Weltraumteleskop Spitzer und zeigt das Objekt in spezifischen infraroten Wellenlängen. Viel berühmter ist jedoch die Hubble-Aufnahme des Ringnebels (siehe Bild unten), die mit zu den populärsten Fotos des Hubble-Teleskops zählt.

Der Begriff "planetarischer Nebel" kann einen in die Irre führen, da diese Objekte in Wirklichkeit nichts mit Planeten zu tun haben. In den leistungsschwachen Teleskopen zur Frühzeit der technisierten Himmelsbeobachtung sahen die nebelartigen Objekte allerdings wie kleine Planetenscheibchen aus – der Begriff hat sich aus historischen Gründen bis heute gehalten.

Planetarische Nebel stellen gewissermaßen die letzten Atemzüge von sonnenähnlichen Sternen dar: Während in ihren Kernen weitere Fusionsprozesse zünden, stoßen die Sterne aufgrund des erhöhten Strahlungsdrucks ihre äußeren Gashüllen in den offenen Weltraum ab. Auch unsere Sonne wird in rund fünf Milliarden Jahren ein ähnliches Schicksal erleiden.

Der Ringnebel liegt ungefähr 2.000 Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbildes Lyra (Leier). Seine Gashüllen expandieren nach wie vor und erreichen dabei eine Geschwindigkeit von 19 Kilometern pro Sekunde. Mit gegebener Entfernung von der Erde und der Ausdehnung am Nachthimmel lässt sich auch der tatsächliche Durchmesser des Nebels berechnen: er beträgt circa 1,3 Lichtjahre, das entspricht fast einem Drittel der Distanz zwischen der Sonne und dem nächstgelegenen Fixstern, Proxima Centauri (4,2 Lichtjahre).

In seinem Zentrum befindet sich ein Weißer Zwerg, das Endstadium in der Entwicklung relativ massearmer, sonnenähnlicher Sterne. Weiße Zwerge sind also die kompakten Kerne ihrer Vorläufersterne und können bis zu 1,44 Sonnenmassen schwer werden. Da ihre physikalische Größe aber eher mit der eines Planeten vergleichbar ist, ergeben sich aus ihrer enormen Masse und dem vergleichsweise geringen Durchmesser unglaublich hohe Werte für ihre Dichte – durchschnittlich 1.000 Kilogramm pro Kubikzentimeter.

Eine größere Version der Aufnahme gibt es unter:
http://www.spitzer.caltech.edu/uploaded_files/images/0008/7864/ssc2005-07a1.jpg

Hubble-Aufnahme des Ringnebels (The Hubble Heritage Team (AURA / STScI / NASA))
Hubble-Aufnahme des Ringnebels (The Hubble Heritage Team (AURA / STScI / NASA))

(THK)

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