Astronomen entdecken Sternhaufen mit mehreren Sterngenerationen

Die Große Magellansche Wolke, aufgenommen vom Weltraumteleskop Spitzer. Die Kreise markieren die Positionen von 15 Sternhaufen, in denen mehrere Sterngenerationen entdeckt wurden. (Credit: Karl Gordon and Margaret Meixner - Space Telescope Science Institute / AURA / NASA; Compilation by Bi-Qing For and Kenji Bekki (ICRAR / UWA))
Die Große Magellansche Wolke, aufgenommen vom Weltraumteleskop Spitzer. Die Kreise markieren die Positionen von 15 Sternhaufen, in denen mehrere Sterngenerationen entdeckt wurden. (Credit: Karl Gordon and Margaret Meixner - Space Telescope Science Institute / AURA / NASA; Compilation by Bi-Qing For and Kenji Bekki (ICRAR / UWA))

Die Entdeckung junger Sterne in alten Sternhaufen könnte die Wissenschaftler wieder zurück ans Reißbrett schicken, was eine der häufigsten Objektklassen im Universum betrifft. Die neuen Ergebnisse erscheinen in einer Abhandlung im Journal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society.

Dr. Bi-Quing For vom International Centre for Radio Astronomy Research (ICRAR) in Perth (Australien), sagte, dass unser Wissen darüber, wie Sterne sich entwickeln, ein Eckpfeiler der astronomischen Forschung ist. "Im Universum gibt es eine Milliarde Billionen Sterne und wir beobachten und klassifizieren jene, die wir seit mehr als einem Jahrhundert sehen können", sagte sie. "Unsere Modelle der Sternentwicklung basieren auf der Annahme, dass sich Sterne in Sternhaufen bildeten – ungefähr zur selben Zeit und aus dem gleichen Material."

Ein Sternhaufen ist eine Gruppe aus Sternen, die eine gemeinsame Herkunft teilen und durch die Gravitation eine gewisse Zeit lang zusammengehalten werden. Weil man vermutet, dass Sternhaufen Sterne mit ungefähr dem gleichen Alter und der gleichen Zusammensetzung enthalten, haben Forscher sie als ein "astronomisches Labor" verwendet, um zu verstehen, wie die Masse die Entwicklung von Sternen beeinflusst. "Wenn sich diese Annahme als inkorrekt herausstellt, so wie unsere Ergebnisse vermuten lassen", dann müssten diese wichtigen Modelle überarbeitet werden", sagte Dr. For.

Der Entdeckung liegt eine Untersuchung von Sternhaufen in der Großen Magellanschen Wolke zugrunde, einer Nachbargalaxie unserer Milchstraßen-Galaxie. Durch Vergleiche der Positionen mehrerer tausend junger Sterne mit den Positionen von Sternhaufen fanden die Forscher 15 stellare Kandidaten, die viel jünger als die anderen Sterne desselben Sternhaufens sind.

"Die Entstehung dieser jungen Sterne könnte durch Gas angestoßen worden sein, das aus dem interstellaren Weltraum in die Sternhaufen gelangte", sagte der Co-Autor Dr. Kenji Bekki vom ICRAR. "Aber wir eliminierten diese Möglichkeit durch Beobachtungen von Radioteleskopen, welche zeigten, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem interstellaren Wasserstoffgas und den Positionen der von uns untersuchten Sternhaufen gab. Wir denken, dass die jüngeren Sterne tatsächlich aus der Materie entstanden, die von älteren Sternen bei ihrem Tod abgestoßen wurde. Das würde bedeuten, wir haben mehrere Sterngenerationen entdeckt, die zu demselben Sternhaufen gehören."

Dr. Bekki sagte, dass die Sterne aufgrund des Staubs, der sie umgibt, momentan zu schwach für die Verwendung optischer Teleskope sind. "Sie wurden mit Hilfe infraroter Wellenlängen von den Weltraumteleskopen Spitzer und Herschel beobachtet, die von der NASA und der European Space Agency (ESA) betrieben werden", sagte er.

"Eine Hülle aus Gas und Staub umgibt diese jungen Sterne, aber wenn sie massereicher werden und diese Hülle wegblasen, werden sie in optischen Wellenlängen für leistungsfähige Instrumente wie das Weltraumteleskop Hubble sichtbar. Wenn wir Hubble auf die von uns untersuchten Sternhaufen ausrichten, sollten wir in der Lage sein, sowohl junge als auch alte Sterne zu sehen und ein für alle Mal bestätigen, dass Sternhaufen mehrere Sterngenerationen enthalten können", ergänzte er.

Abhandlung: "A discovery of young stellar objects in older clusters of the Large Magellanic Cloud" von Bi-Quing For und Kenji Brekki, http://doi.org/10.1093/mnrasl/slx015

Quelle

(THK)

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