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Astropage.eu | Datum: 01.03.2011 - 08:23 | Fehler melden
Tags: Sexualität, Religion, Jugend, Studie, Gesellschaft,
Kategorien: Geisteswissenschaften Quelle

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Großbritannien: Erste Ergebnisse der Studie "Religion, Jugend und Sexualität: eine multireligiöse Untersuchung"



Dr. Sarah-Jane Page, Dr. Michael Keenan, Dr. Andrew Kam-Tuck Yip, University of Nottingham
Credit: Dr. Sarah-Jane Page, Dr. Michael Keenan, Dr. Andrew Kam-Tuck Yip, University of Nottingham

Sexualität und Religion werden normalerweise für unbequeme Bettgenossen gehalten. Jetzt hat erstmalig ein Team von Wissenschaftlern aus Nottingham eine ausführliche Untersuchung zu diesen Themen durchgeführt und wie sie das Leben von Briten im Alter von 18 bis 25 Jahren beeinträchtigen und beeinflussen.

Unter Leitung der University of Nottingham und in Zusammenarbeit mit der Trent University in Nottingham haben Experten zwei Jahre damit verbracht, die Standpunkte, Werte und Erfahrungen von Sex und Religion unter den jungen Erwachsenen zu untersuchen.

Die Studie, an der beinahe 700 junge Menschen aus sechs verschiedenen religiösen Strömungen (Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam, Judentum und Sikhismus) genauso wie junge, gemischt-gläubige Erwachsene teilnahmen, zeigt die Herausforderungen auf, mit denen sie konfrontiert werden, wenn sie ihre Sexualität und ihre Religion auf einen Nenner bringen wollen. Diese Konflikte entstehen aus der Stigmatisierung innerhalb der Religion einerseits und der zunehmend sexualisierten Kultur in der heutigen britischen Gesellschaft andererseits.

Das Projekt "Religion, Jugend und Sexualität: eine multireligiöse Untersuchung" erhielt Forschungsgelder in Höhe von beinahe 250.000 Pfund aus den Forschungsgremien
Kunst und Geisteswissenschaften und Wirtschaft und Soziales.

Dr. Andrew Kam-Tuck Yip und Dr. Sarah-Jane Page aus der School of Sociology and Social Policy an der University of Nottingham und Dr. Michael Keenan von der School of Social Sciences an der Nottingham Trent University baten alle Teilnehmer darum, Online-Fragebögen auszufüllen. Einzelne Teilnehmer wurden auch individuell befragt und führten über mehrere Wochen hindurch Videotagebücher.

Die jungen Erwachsenen wurden gebeten, über ihr Sexleben und ihre religiösen Werte, Standpunkte, Erfahrungen und Identitäten zu sprechen. Dabei untersuchten die Wissenschaftler nicht nur den familiären Hintergrund, soziale und kulturelle Erwartungen und aktive Teilnahme in Religionsgemeinschaften, sondern auch die Erfahrungen der jungen Menschen bezüglich ihres Lebens in der britischen Gesellschaft und wie sie ihre Geschlechtsidentität im Bezug zu ihrem Glauben verstehen und bewältigen.

Dr. Yip sagte: "Trotz ihrer unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründe gehen viele der heutigen 18- bis 25-Jährigen ihre eigenen Wege, die sie sich aus einer Großzahl verschiedener Quellen wie religiöser Glaube, Jugendkultur, Medien und Freundschaftsnetzwerken suchen. Sie schaffen ihre eigene Sexualmoral, die von ihrem Glauben geprägt ist. Auf ganz ähnliche Weise prägt aber auch ihre Sexualität die Art, wie sie ihren religiösen Glaube und ihre Zugehörigkeit verstehen."

"Allerdings denkt eine Mehrheit der jungen Menschen, dass religiöse Führer nicht genug über Sexualität wissen - und ganz besonders nicht über Jugendsexualität. Andere halten institutionelle Religionsgemeinschaften für einen sozialen Kontrollmechanismus, der Geschlecht und Sexualverhalten über Gebühr bestimmt, ohne auf die jungen Menschen selbst ausreichend Rücksicht zu nehmen."

Die Studie zeigt, das beinahe ein Drittel der jungen Menschen glaubt, dass der Zölibat erfüllend ist, jedoch sehen sich beinahe zwei Drittel dazu verpflichtet, Heterosexualität und Homosexualität gleichwertig zu behandeln. Währenddessen legen lesbische, schwule, bisexuelle und transsexuelle Teilnehmer dar, dass es auch einen psychologischen und sozialen Preis kostet, seinen Alltag so zu leben, besonders innerhalb religiöser Gemeinschaften.

Dr. Yip sagte: "Das Ziel ist, die Meinung religiöser junger Erwachsener zu dokumentieren und zu verbreiten. Wir wollen herausfinden, wie sie ihre Sexualität und ihren Glauben verstehen genauso was die Hauptfaktoren sind, die solche Auffassungen bilden und die Strategien, die sie entwickelt haben, um mit ihren sexuellen, religiösen und durch Jugend und Geschlecht geprägten Identitäten zurecht zu kommen. Wir glauben, dass die Forschungsergebnisse einen bedeutenden Beitrag zur Debatte und den Dialogen über diese strittigen Punkte zwischen Religion und Sexualität liefern. Wir hoffen, dass diese Studie religiöse Führer und Fachleute, Fachpersonal und praktische Ärzte, die in säkularem Zusammenhang mit jungen Menschen arbeiten und natürlich auch die jungen Erwachsenen selbst anspricht."

Weit über die Hälfte der Teilnehmer (65,1 Prozent) der Probanden war in eine religiöse Gemeinschaft eingebunden, und knapp über die Hälfte davon hatte in der Woche vor der Befragung an mindestens einer öffentlichen religiösen Zusammenkunft teilgenommen.

Überwiegend wurde angenommen, dass das Bekunden seiner eigenen Sexualität erstrebenswert ist, doch die Meinungen waren unterschiedlich: einige waren der Meinung, dass Erwachsene ihre Sexualität ausleben sollten, wie sie es wünschen, während andere der Meinung waren, das Sexleben sollte auf Ehe oder feste Beziehungen beschränkt sein. Trotz der unterschiedlichen Meinungen war es am auffälligsten, dass quer durch die Gruppe 83,2 Prozent monogame Beziehungen bevorzugten.

Ihre Fähigkeiten, religiösen Glauben und Sexualität zu verbinden, waren sehr unterschiedlich. Einige hatten Spannungen und Konflikte erlebt. Andere wiederum kamen mit Konflikten zurecht, indem sie Glauben und Sexualität voneinander trennten. Doch ebenso gab es Teilnehmer, die einen Weg fanden, um Beides vereinbaren zu können.

Dr. Keenan meinte: "Die Mehrheit der religiösen jungen Menschen empfand ihren Glauben als positive Kraft in ihrem Leben und viele fühlten, dass ihr Glaube der wichtigste Einflussfaktor auf ihre sexuellen Werte und Praktiken war. Die Studie zeigte auch, dass die Überwindung von Religion und Sexualität schwierig sein kann und es dabei große Erfahrungsunterschiede bei jungen religiösen Menschen gibt. Wir hoffen, dass diese Forschungsergebnisse zu einem besseren Dialog über diese wichtigen Themen innerhalb der einzelnen Religionen und zwischen religiösen und säkularen Organisationen führen wird."

(SOM)







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