| Astropage.eu | Datum: 16.02.2012 - 00:05 | Fehler melden |
| Tags: Zellteilung, Mitose, Chromosomen, Proteine, Mikrotubuli |
| Kategorien: Biologie | Quelle |
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Ein Rätsel der Mitose gelöst: Wie sich Chromosomen perfekt in einer sich teilenden Zelle ausrichten
Um ein Rätsel zu lösen, muss ein guter Detektiv manchmal einfach nur die Hinweise studieren, die vor ihm liegen. Wie Agatha Christies Hercule Poirot und Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes, benutzte Tomomi Kiyomitsu nur seine ausgeprägte Beobachtungsgabe, um ein Rätsel zu lösen, das Wissenschaftler seit Jahren beschäftigt: welche internen Signale veranlassen die Chromosomen einer Zelle, die sich einer Zellteilung durch Mitose unterzieht, sich entlang einer zentralen Achse auszurichten?
"Die Menschen haben seit Jahrzehnten auf diese Proteine und die Akteure der Mitose geschaut, doch niemand hat jemals gesehen, was Tomomi beobachtet hat", sagte Iain Cheeseman, Mitglied des Whitehead Institute. "Und es ist sehr eindeutig, dass diese Dinge passieren. Es sind sehr starke regulative Paradigmen, die diese Zellteilungs-Achsen bestimmen. Und gewissenhafte Zellbiologie gestattete ihm zu sehen, dass es geschah. Die Menschen haben es eine lange Zeit betrachtet, jedoch niemals mit solch sorgfältigem Blick, wie er ihn dafür aufwendete."
Kiyomitsu, postdoktoraler Wissenschaftler in Cheesemans Labor, veröffentlichte seine Arbeit in der aktuellen Ausgabe der Nature Cell Biology.
Seit mehr als 50 Jahren wird der Prozess der mitotischen Zellteilung intensiv untersucht. Durch Verwendung von Fluoreszenz-Mikroskopie können heutige Wissenschaftler das Tauziehen beobachten, das Zellen während des Durchlebens der Mitose vollziehen. Fadenförmige Proteine, sogenannte Mikrotubuli, dehnen sich von einem der beiden Spindel-Pole zur anderen Seite der Zelle und versuchen sich an die duplizierten Chromosomen anzuheften. Dieser "komplette" Spindelapparat dient dazu, die Chromosomen physikalisch auseinanderzuziehen. Zusätzlich zu den Mikrotubuli von den beiden Spindel-Polen, die mit allen Chromosomen verbunden sind, ziehen noch sternförmige Mikrotubuli, die mit dem sog. Zellkortex – einer Proteinschicht, die direkt unterhalb der Zellmembran liegt – verbunden sind, die Spindel-Pole in der Zelle vor und zurück, bis sich die Spindel und die Chromosomen entlang der zentralen Achse der Zelle ausgerichtet haben. Dann ziehen die Mikrotubuli die duplizierten Chromosomen in jeweils eine Hälfte, so dass letztlich eine Kopie jedes Chromosoms in jeder der neuen Tochterzellen landet.
Der Vorgang der Mitose ist extrem präzise: wenn es zu Veränderungen der DNA kommt, neigen Zellen dazu, obsessiv zu sein (also sich nicht weiter zu teilen; Anm. d. Red.) und das aus gutem Grund. Der Zugewinn oder Verlust eines Chromosoms während der Zellteilung kann zum Tod der Zelle, zu Entwicklungsstörungen oder zu Krebs führen.
Als Kiyomitsu den Ablauf der Mitose in sich symmetrisch teilenden menschlichen Zellen beobachtete, bemerkte er, dass, wenn die Spindel sich in Richtung des Zentrums der Zelle bewegte, ein einseitiger Halo aus dem Protein Dynein den Zellkortex auf der von der Spindel weiter entfernten Seite säumte. Wenn die Spindel nach links schwenkte, erschien das Dynein auf der rechten Seite, doch wenn die Spindel dann auf die rechte Seite pendelte, verschwand das Dynein dort und erschien auf der linken Seite wieder.
Für Kiyomitsu war das Dynein, das als sogenanntes Motorprotein bekannt ist, welches molekulare Lasten entlang der Mikrotubuli wandern lässt, der Schlüssel zum Rätsel der Chromosomen-Ausrichtung. Kiyomitsu fand heraus, dass in diesem Fall das Dynein am Zellkortex mit einem Komplex verankert ist, der das Protein LGN, Kurzform für Leucin-Glycin-Asparagin-angereichertes Protein (en: leucine-glycine-asparagine-enriched protein) beinhaltet. Anstatt sich entlang eines sternförmigen Mikrotubulus zu bewegen, fungiert das stationäre Dynein wie eine Winde, die den Spindel-Pol in Richtung Zellkortex zieht, und damit auch die damit verbundenen Mikrotubuli und Chromosomen.
"Die Menschen haben seit Jahrzehnten auf diese Proteine und die Akteure der Mitose geschaut, doch niemand hat jemals gesehen, was Tomomi beobachtet hat", sagte Iain Cheeseman, Mitglied des Whitehead Institute. "Und es ist sehr eindeutig, dass diese Dinge passieren. Es sind sehr starke regulative Paradigmen, die diese Zellteilungs-Achsen bestimmen. Und gewissenhafte Zellbiologie gestattete ihm zu sehen, dass es geschah. Die Menschen haben es eine lange Zeit betrachtet, jedoch niemals mit solch sorgfältigem Blick, wie er ihn dafür aufwendete."
Kiyomitsu, postdoktoraler Wissenschaftler in Cheesemans Labor, veröffentlichte seine Arbeit in der aktuellen Ausgabe der Nature Cell Biology.
Seit mehr als 50 Jahren wird der Prozess der mitotischen Zellteilung intensiv untersucht. Durch Verwendung von Fluoreszenz-Mikroskopie können heutige Wissenschaftler das Tauziehen beobachten, das Zellen während des Durchlebens der Mitose vollziehen. Fadenförmige Proteine, sogenannte Mikrotubuli, dehnen sich von einem der beiden Spindel-Pole zur anderen Seite der Zelle und versuchen sich an die duplizierten Chromosomen anzuheften. Dieser "komplette" Spindelapparat dient dazu, die Chromosomen physikalisch auseinanderzuziehen. Zusätzlich zu den Mikrotubuli von den beiden Spindel-Polen, die mit allen Chromosomen verbunden sind, ziehen noch sternförmige Mikrotubuli, die mit dem sog. Zellkortex – einer Proteinschicht, die direkt unterhalb der Zellmembran liegt – verbunden sind, die Spindel-Pole in der Zelle vor und zurück, bis sich die Spindel und die Chromosomen entlang der zentralen Achse der Zelle ausgerichtet haben. Dann ziehen die Mikrotubuli die duplizierten Chromosomen in jeweils eine Hälfte, so dass letztlich eine Kopie jedes Chromosoms in jeder der neuen Tochterzellen landet.
Der Vorgang der Mitose ist extrem präzise: wenn es zu Veränderungen der DNA kommt, neigen Zellen dazu, obsessiv zu sein (also sich nicht weiter zu teilen; Anm. d. Red.) und das aus gutem Grund. Der Zugewinn oder Verlust eines Chromosoms während der Zellteilung kann zum Tod der Zelle, zu Entwicklungsstörungen oder zu Krebs führen.
Als Kiyomitsu den Ablauf der Mitose in sich symmetrisch teilenden menschlichen Zellen beobachtete, bemerkte er, dass, wenn die Spindel sich in Richtung des Zentrums der Zelle bewegte, ein einseitiger Halo aus dem Protein Dynein den Zellkortex auf der von der Spindel weiter entfernten Seite säumte. Wenn die Spindel nach links schwenkte, erschien das Dynein auf der rechten Seite, doch wenn die Spindel dann auf die rechte Seite pendelte, verschwand das Dynein dort und erschien auf der linken Seite wieder.
Für Kiyomitsu war das Dynein, das als sogenanntes Motorprotein bekannt ist, welches molekulare Lasten entlang der Mikrotubuli wandern lässt, der Schlüssel zum Rätsel der Chromosomen-Ausrichtung. Kiyomitsu fand heraus, dass in diesem Fall das Dynein am Zellkortex mit einem Komplex verankert ist, der das Protein LGN, Kurzform für Leucin-Glycin-Asparagin-angereichertes Protein (en: leucine-glycine-asparagine-enriched protein) beinhaltet. Anstatt sich entlang eines sternförmigen Mikrotubulus zu bewegen, fungiert das stationäre Dynein wie eine Winde, die den Spindel-Pol in Richtung Zellkortex zieht, und damit auch die damit verbundenen Mikrotubuli und Chromosomen.
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