| Astropage.eu | Datum: 25.02.2012 - 00:02 | Fehler melden |
| Tags: geothermale Quellen, Mikroben, Artbildung, Chromosomen, Gene |
| Kategorien: Biologie | Quelle |
| Tweet |
|
Textgröße: |
Auf frischer Tat ertappt: Wissenschaftler entdecken Artbildung bei Mikroben
Credit: Eine geothermale Quelle in der Mutnovsky-Vulkanregion in Kamtschatka, Russland (Photo by Rachel Whitaker)
In einer heißen Quelle in Kamtschatka (Russland) teilten sich vor gar nicht langer Zeit zwei Gruppen genetisch nicht zu unterscheidender Mikroben. Sie begannen sich in verschiedene Arten zu entwickeln - trotz der Tatsache, dass sie sich in ihrem sauren, kochenden Lebensraum immer noch begegneten und von Zeit zu Zeit sogar Gene austauschten, berichten Wissenschaftler. Dies ist das erste Beispiel für sympatrische Artbildung bei einem Mikroorganismus.
Die Theorie der sympatrischen Artbildung (eine Abstammungslinie teilt sich in zwei oder mehr Arten, ohne dass physikalische oder mechanische Barrieren sie auseinander halten) sei kontrovers und schwer zu beweisen, vor allem bei Mikroben, sagte die Studienleiterin Rachel Whitaker, Professorin für Mikrobiologie an der University of Illinois in Champaign.
"Eine der großen Fragen seit Darwin ist: wie trennen sich Spezies voneinander, wenn sie zusammenleben?", sagte sie. Die Frage wurde bislang nicht sehr zufriedenstellend beantwortet, auch nicht in den Makroorganismen, die wir seit hunderten Jahren studieren."
Bakterien und ihre entfernt verwandten mikrobiellen Cousins, die Archaeen, seien sogar noch schwieriger zu untersuchen, weil sie so viele Möglichkeiten besitzen, genetische Informationen miteinander zu teilen, sagte Whitaker. Die Mikroben teilen sich und erzeugen exakte oder fast exakte Klone von sich selbst. Wenn das ihre einzige Möglichkeit wäre, sich zu etablieren, wäre ihre genetische Vielfalt als Folge von ein paar zufälligen Kopierfehlern und Mutationen ziemlich niedrig, sagte Whitaker. Aber sie können sich auch miteinander verbinden, um Gene in beide Richtungen auszutauschen, zufällige genetische Elemente aus der Umgebung aufsaugen und neue Gene der Viren aufnehmen, von denen sie und ihre Nachbarn infiziert werden.
Bevor Wissenschaftler in der Lage waren, die genetischen Informationen einzelner Mikroben zu analysieren, war es schwer, sie zu unterscheiden - so sehr, dass sie einst Bakterien und Archaeen verwechselten. Jetzt wissen die Forscher, dass Archaeen eine eigene Domäne des Lebens bilden und von Bakterien so verschieden sind, wie sich Pflanzen von Tieren unterscheiden.
"Wann immer wir gucken und wo immer wir gucken, sehen wir mit Hilfe dieser molekularen Werkzeuge Veränderungen in mikrobiellen Populationen", sagte Whitaker. "Man muss diese Moleküle, diese DNA-Sequenzen benutzen, um Unterschiede zwischen den Arten festzustellen." Aber sogar mit neuen Sequenzierungsmethoden ist es eine gewaltige Aufgabe, die mikrobielle Entwicklung zu untersuchen.
Whitaker und ihre Kollegen konzentrierten sich auf Sulfolobus islandicus, einen hitzeliebenden Organismus aus der archaeischen Domäne des Lebens, weil er einer von wenigen Mikroorganismen ist, der in eigenen "Insel"-Populationen lebt, welche von heißen geothermalen Quellen geschaffen wurden.
Die Theorie der sympatrischen Artbildung (eine Abstammungslinie teilt sich in zwei oder mehr Arten, ohne dass physikalische oder mechanische Barrieren sie auseinander halten) sei kontrovers und schwer zu beweisen, vor allem bei Mikroben, sagte die Studienleiterin Rachel Whitaker, Professorin für Mikrobiologie an der University of Illinois in Champaign.
"Eine der großen Fragen seit Darwin ist: wie trennen sich Spezies voneinander, wenn sie zusammenleben?", sagte sie. Die Frage wurde bislang nicht sehr zufriedenstellend beantwortet, auch nicht in den Makroorganismen, die wir seit hunderten Jahren studieren."
Bakterien und ihre entfernt verwandten mikrobiellen Cousins, die Archaeen, seien sogar noch schwieriger zu untersuchen, weil sie so viele Möglichkeiten besitzen, genetische Informationen miteinander zu teilen, sagte Whitaker. Die Mikroben teilen sich und erzeugen exakte oder fast exakte Klone von sich selbst. Wenn das ihre einzige Möglichkeit wäre, sich zu etablieren, wäre ihre genetische Vielfalt als Folge von ein paar zufälligen Kopierfehlern und Mutationen ziemlich niedrig, sagte Whitaker. Aber sie können sich auch miteinander verbinden, um Gene in beide Richtungen auszutauschen, zufällige genetische Elemente aus der Umgebung aufsaugen und neue Gene der Viren aufnehmen, von denen sie und ihre Nachbarn infiziert werden.
Bevor Wissenschaftler in der Lage waren, die genetischen Informationen einzelner Mikroben zu analysieren, war es schwer, sie zu unterscheiden - so sehr, dass sie einst Bakterien und Archaeen verwechselten. Jetzt wissen die Forscher, dass Archaeen eine eigene Domäne des Lebens bilden und von Bakterien so verschieden sind, wie sich Pflanzen von Tieren unterscheiden.
"Wann immer wir gucken und wo immer wir gucken, sehen wir mit Hilfe dieser molekularen Werkzeuge Veränderungen in mikrobiellen Populationen", sagte Whitaker. "Man muss diese Moleküle, diese DNA-Sequenzen benutzen, um Unterschiede zwischen den Arten festzustellen." Aber sogar mit neuen Sequenzierungsmethoden ist es eine gewaltige Aufgabe, die mikrobielle Entwicklung zu untersuchen.
Whitaker und ihre Kollegen konzentrierten sich auf Sulfolobus islandicus, einen hitzeliebenden Organismus aus der archaeischen Domäne des Lebens, weil er einer von wenigen Mikroorganismen ist, der in eigenen "Insel"-Populationen lebt, welche von heißen geothermalen Quellen geschaffen wurden.
Kritik? Vorschläge? Lob? Schreiben Sie Ihre Meinung ins Gästebuch
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren:
(Gesucht nach: geothermale Quellen, Mikroben, Artbildung, Chromosomen, Gene)
(Gesucht nach: geothermale Quellen, Mikroben, Artbildung, Chromosomen, Gene)
- Molekulare Wurzeln des Down-Syndroms enträtselt
(Medizin) - Sonnenbaden hilft Käfern bei der Bekämpfung von Bakterien
(Biologie) - Alternde Herzmuskelzellen wurden durch modifizierte Stammzellen verjüngt
(Medizin) - Asteroideneinschläge könnten ein Segen für unterirdisches Leben sein
(Biologie, Geowissenschaften) - Neue Hypothese könnte eine Wende für die Evolutionstheorie bedeuten
(Biologie) - Wissenschaftler zeigen, dass Erinnerungen in spezifischen Gehirnzellen liegen
(Medizin, Biologie) - Ein Rätsel der Mitose gelöst: Wie sich Chromosomen perfekt in einer sich teilenden Zelle ausrichten
(Biologie) - Costa Rica: Neue Spezies Bambus fressender Pflanzenläuse entdeckt
(Biologie) - Ein Plattwurm setzt eine grundlegende Regel der Biologie außer Kraft
(Biologie) - Mikrobielles Leben auf dem Mars: Könnte flüssiges Salzwasser es ermöglichen?
(Astronomie) - Karzinogenese könnte möglicherweise eine Form der Artenentwicklung sein
(Medizin) - Mikrobe aus heißer Quelle in Nevada enthält rekordbrechendes, hitzetolerantes Enzym
(Biologie) - Pluripotente adulte Stammzellen treiben Regeneration bei Plattwürmern an
(Biologie) - Erste Hinweise auf die mögliche Regeneration abgetrennter Gliedmaßen bei Säugetieren
(Biologie, Medizin)
©2012 by
Astropage.eu -
Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung
