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Astropage.eu | Datum: 28.04.2012 - 00:05 | Fehler melden
Tags: Cassini, Saturn, Ringsystem, Gravitation, Sonnensystem
Kategorien: Astronomie Quelle

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Kleine Objekte erzeugen winzige Schweife in Saturns F-Ring



Diese sechs Aufnahmen von Cassini zeigen winzige Schweife, die aus Saturns F-Ring herausgezogen wurden. (NASA / JPL-Caltech / SSI / QMUL)
Credit: Diese sechs Aufnahmen von Cassini zeigen winzige Schweife, die aus Saturns F-Ring herausgezogen wurden. (NASA / JPL-Caltech / SSI / QMUL)

Auf Bildern der NASA-Raumsonde Cassini haben Wissenschaftler eigenartige, kilometergroße Objekte entdeckt, die Bereiche von Saturns F-Ring durchqueren und glitzernde Schweife hinterlassen. Diese Schweife in den Ringen, die von Wissenschaftlern Mini-Jets genannt werden, schließen eine Lücke in unserer Dokumentierung des merkwürdigen Verhaltens des F-Rings. Die Ergebnisse wurden am 24. April 2012 auf dem Treffen der European Geosciences Union in Wien (Österreich) präsentiert.

"Ich denke, der F-Ring ist Saturns verrücktester Ring und die neuesten Cassini-Ergebnisse werden zeigen, inwiefern der F-Ring sogar noch dynamischer ist als wir bisher dachten", sagte Carl Murray, ein Mitglied des Cassini-Bildgebungsteams von der Queen Mary University in London (England). "Diese Ergebnisse zeigen uns, dass die F-Ring-Region wie ein wimmelnder Zoo aus Objekten von der Größe einer halben Meile bis hin zu Monden wie dem 148 Kilometer großen Prometheus ist, welche eine spektakuläre Show liefern."

Wissenschaftler wussten bereits, dass relativ große Objekte wie Prometheus (148 Kilometer lang) Kanäle, Kräuselungen und Schneebälle im F-Ring erschaffen können. Aber die Wissenschaftler wussten nicht, was mit diesen Schneebällen nach ihrer Erschaffung geschieht. Einige wurden in ihren Umlaufbahnen um Saturn mit Sicherheit durch Kollisionen oder Gezeitenkräfte auseinandergerissen, aber jetzt haben die Forscher Hinweise darauf, dass einige der kleineren Objekte überleben und ihre verschiedenen Umlaufbahnen bedeuten, dass sie sich auf eigene Faust durch den F-Ring schlagen.

Diese kleinen Objekte scheinen mit gemächlichen Geschwindigkeiten mit dem F-Ring zu kollidieren - etwa in der Größenordnung von zwei Metern pro Sekunde. Die Kollisionen ziehen glitzernde Eispartikel aus dem F-Ring heraus und hinterlassen einen im Normalfall rund 40 bis 180 Kilometer langen Schweif. Murrays Gruppe konnte auf einem Bild vom 30. Januar 2009 einen winzigen Schweif sehen und ihn über acht Stunden verfolgen. Das lange Bildmaterial bestätigte, dass das kleine Objekt aus dem F-Ring stammte, also schauten sie den Cassini-Bilderkatalog durch, um zu sehen, ob das Phänomen häufig vorkommt.

"Der F-Ring hat einen Umfang von 881.000 Kilometern und diese Mini-Jets sind so winzig, dass es etwas Zeit und Hartnäckigkeit brauchte, um sie zu finden", sagte Nick Attree, ein Mitglied des Cassini-Teams von der Queen Mary University. "Wir durchkämmten 20.000 Aufnahmen und waren erfreut, in den sieben Jahren der Cassini-Mission am Saturn 500 Beispiele dieser Schlawiner zu finden."


Carl Murray spricht über die Entdeckung und erklärt sie anhand von Cassini-Aufnahmen. (NASA)

In manchen Fällen bewegen sich die Objekte in Gruppen und verursachen Mini-Jets, die recht exotisch aussehen, ähnlich wie die Widerhaken einer Harpune. Andere neue Bilder zeigen prachtvolle Ansichten des gesamten F-Rings mit den Kräuselungen und Wirbeln, die von all den unterschiedlichen Objekttypen erzeugt werden, welche sich durch ihn und um ihn herum bewegen.

"Die Cassini-Studien dieses Rings zeigen uns nicht nur die befremdliche Schönheit des F-Rings, sondern helfen uns auch, die ablaufenden Vorgänge zu verstehen, wenn sich Sonnensysteme aus den Staubscheiben entwickeln, die vergleichbar mit der Staubscheibe um Saturn sind - natürlich viel größer", sagte Linda Spilker, Cassini-Projektwissenschaftlerin am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena (Kalifornien). "Wir können es kaum erwarten zu sehen, was Cassini uns in den Saturnringen sonst noch zeigen wird."

Die Cassini-Huygens-Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA, der European Space Agency (ESA) und der Italian Space Agency. Das Jet Propulsion Laboratory der NASA leitet die Mission für das Science Mission Directorate in Washington, D.C.. Das Bildgebungsteam hat seinen Sitz am Space Science Institute in Boulder (Colorado). Das JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena.

Weitere Informationen über Cassini-Huygens:
http://saturn.jpl.nasa.gov/
http://www.nasa.gov/cassini

(THK)



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