Juno auf dem Weg zur Halbzeit ihrer Jupiter-Mission

Detaillierte Strukturen in den Wolken von Jupiters südlichem Äquatorialband. Das Bild wurde am 15 Juli 2018 von der JunoCam gemacht. (Credits: NASA / JPL-Caltech / SwRI / MSSS / Kevin M. Gill)
Detaillierte Strukturen in den Wolken von Jupiters südlichem Äquatorialband. Das Bild wurde am 15 Juli 2018 von der JunoCam gemacht. (Credits: NASA / JPL-Caltech / SwRI / MSSS / Kevin M. Gill)

Am 21. Dezember 2018 um 11:49:48 Uhr Eastern Standard Time wird die NASA-Raumsonde Juno etwa 5.053 Kilometer oberhalb Jupiters Wolkendecke fliegen und dabei eine Geschwindigkeit von sportlichen 207.287 Kilometern pro Stunde erreichen. Das wird der 16. wissenschaftliche Vorbeiflug an dem Gasriesen sein und die Halbzeit der Mission der solarbetriebenen Sonde bei der Datensammlung während ihrer Hauptmission markieren.

Juno bewegt sich in einer hochelliptischen Umlaufbahn um Jupiter; die Umlaufperiode beträgt 53 Tage. Zu jeder Umkreisung gehört ein enger Vorbeiflug an der Wolkendecke des Planeten, wobei sie einer Bahn von Jupiters Nordpol zu seinem Südpol folgt.

“Mit unserem 16. wissenschaftlichen Vorbeiflug werden wir Jupiter vollständig abgedeckt haben, wenn auch nur mit grober Auflösung. Die polaren Flüge haben einen Längenabstand von 22,5 Grad”, sagte Jack Connerney, der stellvertretende wissenschaftliche Leiter der Juno-Mission von der Space Research Corporation in Annapolis (Maryland). “In der zweiten Hälfte unserer Hauptmission – den wissenschaftlichen Vorbeiflügen 17 bis 32 – werden wir genau in der Mitte zwischen den früheren Bahnen fliegen. Das wird eine Abdeckung des Planeten mit einem Längenabstand von 11,25 Grad liefern und ein detailreicheres Bild dessen ergeben, wie Jupiter als Ganzes funktioniert.”

Die Raumsonde startete am 5. August 2011 von Cape Canaveral in Florida und trat am 4. Juli 2016 in eine Umlaufbahn um Jupiter ein. Ihre ernsthafe wissenschaftliche Datensammlung begann mit dem Vorbeiflug am 27. August 2016. Während dieser Vorbeiflüge blickt Junos empfindliches Instrumentarium unter die Wolkendecke Jupiters und untersucht seine Polarlichter, um mehr über den Ursprung, die innere Struktur, die Atmosphäre und die Magnetosphäre des Planeten zu erfahren.

“Wir haben die Lehrbücher zur Funktionsweise von Jupiters Atmosphäre bereits umgeschrieben, ebenso die Komplexität und Asymmetrie seines Magnetfeldes”, sagte Scott Bolton, leitender Wissenschaftler der Juno-Misson vom Southwest Research Institute in San Antonio. “Die zweite Hälfte sollte die Details liefern, die wir nutzen können, um unser Wissen über die Tiefe von Jupiters Zonenwinden, die Erzeugung seines Magnetfeldes und die Struktur und Entwicklung seines Inneren zu verbessern.”

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Video-Link: https://youtu.be/H0laB-jQx7I


Zwei Instrumente an Bord von Juno, die Stellar Reference Unit und die JunoCam, haben sich als nützlich erwiesen – nicht nur für ihre geplanten Zwecke, sondern auch für die Sammlung wissenschaftlicher Daten. Die Stellar Reference Unit (SRU) wurde entwickelt, um technische Daten für die Navigation und zur Verhaltensbestimmung zu sammeln, deshalb waren die Forscher erfreut, dass sie auch einen wissenschaftlichen Nutzen hat.

“Wir wussten immer, dass die SRU eine entscheidende technische Aufgabe übernehmen musste”, sagte Heidi Becker vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena (Kalifornien), die Leiterin der Strahlungsüberwachung der Juno-Mission. “Aber nach den wissenschaftlichen Entdeckungen in Jupiters Strahlungsgürteln und den ersten Bildern dieser Art von Jupiters Ring erkannten wir den zusätzlichen Wert der Daten. Es gibt ernsthaftes wissenschaftliches Interesse an dem, was die SRU uns über Jupiter verraten kann.”

Die JunoCam wurde als Instrument zur Öffentlichkeitsarbeit konzipiert, um das Spannende und die Schönheit der Erforschung Jupiters in Fokus der Öffentlichkeit zu bringen.

“Obwohl sie ursprünglich nur als Instrument für Öffentlichkeitsarbeit gedacht war, um die Geschichte Junos zu erzählen, wurde die JunoCam viel mehr als das”, sagte Candy Hansen, Co-Wissenschaftlerin des Juno-Teams vom Planetary Science Institute in Tucson (Arizona). “Unsere Zeitraffersequenzen aus Bildern über den Polen erlauben uns die Dynamik von Jupiters einzigartigen circumpolaren Stürmen zu untersuchen und Dunst in großen Höhen abzubilden. Wir nutzen die JunoCam auch, um die Struktur des Großen Roten Flecks und dessen Wechselwirkung mit seiner Umgebung zu erforschen.”

Die Teams der SRU und der JunoCam blicken jetzt ihnen zu Ehren auf mehrere wissenschaftliche Abhandlung, die entweder in der Arbeit sind oder bereits veröffentlicht wurden.

Das Jet Propulsion Laboratory der NASA betreibt die Juno-Mission für den leitenden Wissenschaftler Scott Bolton vom Southwest Research Institute in San Antonio. Juno ist Teil des New Frontiers Program, das vom Marshall Space Flight Center der NASA in Huntsville (Alabama) für das Science Mission Directorate geleitet wird. Die Italian Space Agency (ASI) steuerte zwei Instrumente bei, einen Ka-Band Frequenzumsetzer (KaT) und den Jovian Infrared Auroral Mapper (JIRAM). Lockheed Martin Space in Denver konstruierte die Raumsonde.

Quelle

(THK)

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2 Kommentare

  1. Hallo,
    nach meinen Informationen(von APOD) müsste der Umlauf vom 21.12.2018 der 17. und nicht der 16. sein. Zumals Sie im Text auch den Satz “den wissenschaftlichen Vorbeiflügen 17 bis 32 – werden wir genau in der Mitte zwischen den früheren Bahnen fliegen” verwenden.
    Für eine Richtigstellung wäre ich Ihnen Dankbar.

    • In der englischen Originalquelle der NASA ist zweimal vom 16. Vorbeiflug die Rede. Laut APOD müsste es in der Tat der 17. Vorbeiflug sein. Werde nachher mal schauen, ob sich irgendwo eine definitive Antwort finden lässt.

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