University of Cincinnati untersucht Festung aus der Späten Bronzezeit

Blick auf die Ausgrabungsstätte (University of Cincinnati)
Blick auf die Ausgrabungsstätte (University of Cincinnati)

Das letzte Forschungsprojekt der University of Cincinnati auf Zypern enthüllt die Überreste einer Festung aus der Späten Bronzezeit (1500-750 v. Chr), die in der damaligen Zeit ein wichtiges urbanes, ökonomisches Zentrum beschützt haben könnte.

Die kürzliche Entdeckung einer Archäologin der University of Cincinnati deutet darauf hin, dass eine alte zypriotische Stadt gut vor Bedrohungen von Außen geschützt war.

Die Forschungsarbeit von Gisela Walberg, Professorin für Ägäische Vorgeschichte am Department of Classics der University of Cincinnati wird am 25. Juni 2011 auf dem jährlichen Treffen des Cyprus American Archaeological Research Center in Nicosia (Zypern) präsentiert.

Seit 2011 hat Walberg auf Zypern gearbeitet, um die antike Stadt Bamboula freizulegen, eine Stadt aus der Bronzezeit, die ein wichtiges Handelszentrum für den Mittleren Osten, Ägypten und Griechenland war. Bamboula, eine Hafenstadt, die zwischen dem 13. und dem 11. Jahrhundert vor Christus florierte, liegt an einer Autobahn in den Randbezirken der modernen Stadt Episkopi an der südwestlichen Küste Zyperns und nahe der modernen Hafenstadt Limassol. Die Region wuchs beständig, weil die überschattenden Troodos Mountains Kupfer enthielten und der Fluss zum Transport der abgebauten Mineralien benutzt wurde.

Ihre neueste Studie an der Ausgrabungsstätte offenbart die Überreste einer Festung aus der Späten Bronzezeit (1500-750 v. Chr.), welche die Funktion gehabt haben könnte, das weiter im Inland liegende urbane Wirtschaftszentrum zu schützen, weil dieses nicht befestigt gewesen zu sein scheint.

Die Anhaltspunkte für die Funktion der Struktur waren für Walberg klar. “Wegen der Breite und Stärke der Mauern ist es ziemlich klar, dass dies eine Festung ist. Keine Hausmauer aus dieser Zeitperiode hätte diese Stärke gehabt. Das wäre völlig unnötig gewesen”, sagte sie und ergänzte, dass die Mauer 4,8 Meter dick ist. “Und sie befindet sich auf einem anderen Plateau, von wo aus man in Richtung Norden die Berge sehen oder den Fluss überblicken kann, und im Süden kann man das Mittelmeer sehen. Also kann man auskundschaften, wer auch immer sich nähert.”

Es wurden auch Überreste von Treppen gefunden, die hoch zu einer zerstörten turmartigen Struktur führen, welche gut geeignet gewesen wäre, um das ganze Gebiet zu überblicken.

Überreste des Treppenaufgangs aus der Späten Bronzezeit (University of Cininnati)
Überreste des Treppenaufgangs aus der Späten Bronzezeit (University of Cininnati)

“Im Jahr 2005 fanden wir die ersten Mauern, von denen wir dachten, dass sie interessant seien”, sagte Walberg. “Wir setzten die Arbeit fort und dieses Jahr fanden wir einen Treppenaufgang – wir hatten schon zwei Treppenstufen eines vergleichbaren Treppenaufgangs gefunden, aber dieses Mal fanden wir einen kompletten Treppenaufgang.”

Walberg zufolge scheint der Treppenaufgang durch eine Katastrophe zerstört worden zu sein, was Licht auf die frühe Geschichte der Späten Bronzezeit auf Zypern wirft – eine Periode, über die wenig bekannt ist, aber durch starke soziale Umbrüche gekennzeichnet ist. Stipendiaten haben Massengräber auf Friedhöfen jener Zeit identifiziert.

Die kürzliche Entdeckung ist insbesondere entscheidend, weil es ganz in der Nähe der Festung, in Gehweite, eine andere ältere Stätte aus der Mittleren Bronzezeit gibt. Flussaufwärts existieren Überreste eines großen Wirtschaftszentrums namens Alassa, ein Zentrum für den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und Metall.

“Unsere Entdeckung, die Festung, schließt die zeitliche Lücke zwischen dieser frühen Siedlung und dem sehr großen wichtigen Wirtschaftszentrum. Möglicherweise war sie das Zentrum, der Kern, von dem die Urbanisierung der Region ausging”, sagte Walberg.

Prof. Gisela Walberg (University of Cininnati)
Prof. Gisela Walberg (University of Cininnati)
Student Bill Weir an der Ausgrabungsstätte (University of Cininnati)
Student Bill Weir an der Ausgrabungsstätte (University of Cininnati)

Walberg ist zurzeit die Marion Rawson Professorin für Ägäische Frühgeschichte am Department of Classics an der University of Cincinnati. Ihre Feldarbeiten umfassen die Teilnahme an Ausgrabungen in Schweden, Kreta und Zypern. Sie hat außerdem an archäologischen Projekten in Griechenland und Italien teilgenommen und die Ausgrabung einer mykenischen Zitadelle (Midea) auf dem griechischen Festland geleitet.

Walbergs veröffentlichte Arbeiten umfassen zehn Bücher und Monografien. Eine ist ein Bericht über die Ausgrabung bei Midea zwischen 1985 und 1991. Sie hat außerdem 81 Artikel und 20 Revisionen in amerikanischen und internationalen archäologischen Magazinen verfasst und Vorlesungen in vielen Ländern gehalten. Derzeit arbeitet Walberg an einem Buch über die Ausgrabung Bamboulas.

Quelle: http://www.uc.edu/news/NR.aspx?id=13365

(THK)

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