Bildveröffentlichung / Hubble: Eine Kinderstube für widerspenstige junge Sterne

Das Herbig-Haro-Objekt HH 909A, basierend auf Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Hubble. (NASA & ESA, Acknowledgements: Kevin Luhman (Pennsylvania State University), and Judy Schmidt)
Das Herbig-Haro-Objekt HH 909A, basierend auf Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Hubble. (NASA & ESA, Acknowledgements: Kevin Luhman (Pennsylvania State University), and Judy Schmidt)

Dieses beeindruckende neue Bild, aufgenommen vom Hubble Space Telescope der NASA / ESA, zeigt einen entstehenden Stern in der Chamäleon-Molekülwolke. Der junge Stern emittiert schmale Gasströme von seinen Polen, wodurch dieses als HH 909A bezeichnete Objekt erschaffen wird. Die schnellen Ausströmungen kollidieren mit dem langsameren Gas in der Umgebung und erhellen die Region.

Wenn neue Sterne entstehen, sammeln sie hungrig Materie aus dem Raum um sie herum an. Ein junger Stern wird seinen riesigen Appetit solange stillen, bis er massereich genug wird, um die Kernfusionsreaktion in seinem Kern zu zünden, die den Stern hell erstrahlen lassen.

Bevor das passiert, durchlaufen neue Sterne eine Phase, in der sie gewaltige Materieausbrüche in den Weltraum schleudern. Diese Materie wird in Form schmaler Jets ausgestoßen, die sich mit halsbrecherischen Geschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Sekunde von dem Stern entfernen und mit Gas und Staub in der Umgebung zusammenprallen, was die betreffende Region leuchten lässt. Die resultierenden schmalen Strukturen aus schwach leuchtenden Nebeln werden als Herbig-Haro-Objekte bezeichnet. Es sind sehr kurzlebige Strukturen und man kann verfolgen, wie sie sich im Verlauf weniger Jahre verändern und entwickeln – in astronomischen Zeiträumen betrachtet, ist das nur ein Augenblick.

Solche Strukturen sind in Sternentstehungsregionen wie dem Orionnebel oder der Chamäleon-I-Molekülwolke sehr häufig anzutreffen. Das abgebildete Objekt befindet sich in Letzterer. Die Chamäleon-Molekülwolke liegt nur etwas mehr als 500 Lichtjahre von der Erde entfernt im südlichen Sternbild Chamäleon. Astronomen haben in dieser stellaren Kinderstube zahlreiche Herbig-Haro-Objekte entdeckt. Die meisten davon werden von Sternen erzeugt, deren Massen vergleichbar mit der Sonnenmasse sind. Man nimmt an, dass ein paar von ihnen an weniger massereiche Objekte wie Braune Zwerge gebunden sind. Braune Zwerge sind “verhinderte” Sterne, welche nicht die kritische Masse erreicht haben, um die Fusionsreaktionen in ihren Kernen zu zünden.

Eine Version dieser Aufnahme wurde von der Teilnehmerin Judy Schmidt beim Hubbles Hidden Treasures Bildverarbeitungswettbewerb eingereicht.

 

Eine größere Version der Aufnahme gibt es unter:
http://spacetelescope.org/static/archives/images/large/potw1405a.jpg

Quelle: http://spacetelescope.org/images/potw1405a/

(THK)

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