Bildveröffentlichung / Hubble: Die Balkenspiralgalaxie NGC 3059

Hubble-Aufnahme der Spiralgalaxie NGC 3059. (Credits: ESA / Hubble & NASA, D. Thilker)
Hubble-Aufnahme der Spiralgalaxie NGC 3059. (Credits: ESA / Hubble & NASA, D. Thilker)

Dieses Bild der Woche zeigt die Balkenspiralgalaxie NGC 3059, die rund 57 Millionen Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist. Die zur Erstellung dieses Bildes verwendeten Daten wurden vom Weltraumteleskop Hubble im Mai 2024 im Rahmen eines Beobachtungsprogramms gesammelt, das eine Reihe Galaxien untersucht. Alle Beobachtungen wurden mit denselben Filtern aufgenommen; Filter sind teilweise durchlässige Materialien, die nur sehr bestimmte Lichtwellenlängen passieren lassen.

Filter werden in der beobachtenden Astronomie häufig genutzt und können kalibriert werden, um entweder extrem schmale oder etwas breitere Wellenlängenbereiche des Lichts passieren zu lassen. Schmalbandfilter sind aus einer wissenschaftlichen Perspektive unschätzbar, weil bestimmte Lichtwellenlängen mit bestimmten physikalischen und chemischen Prozessen zusammenhängen. Beispielsweise ist bekannt, dass Wasserstoffatome unter gewissen Umständen rotes Licht mit einer Wellenlänge von 656,46 Nanometern emittieren. Rotes Licht bei dieser Wellenlänge wird als H-alpha-Emission oder als die H-alpha-Linie bezeichnet. Dies ist für Astronomen sehr hilfreich, weil ihre Präsenz als Indikator für bestimmte physikalische Prozesse und Bedingungen dient. Sie ist oft ein verräterisches Anzeichen für die Entstehung neuer Sterne.

Deswegen können Schmalbandfilter, die für das Durchlassen der H-alpha-Emission kalibriert wurden, zur Identifizierung von Regionen im Weltraum genutzt werden, in denen neue Sterne entstehen.

Solch ein Filter wurde für dieses Bild genutzt: ein Schmalbandfilter namens F657N oder H-alpha-Filter. Das F steht für Filter und das N steht für Narrow (engl. “schmal”). Der numerische Wert bezieht sich auf die Spitzenwellenlänge (in Nanometern), die der Filter passieren lässt. Die Adleraugen werden erkannt haben, dass der Wert 657 sehr nah an den 656,56 Nanometern der H-alpha-Wellenlänge liegt.

Daten, die mit fünf anderen Filtern (allesamt Breitbandfilter) gesammelt wurden, trugen ebenfalls zu diesem Bild bei. Sie erlauben einem breiteren Wellenlängenbereich zu passieren. Das ist weniger hilfreich für die Identifizierung extrem spezifischer Linien (wie der H-alpha-Linie), aber gibt Astronomen die Möglichkeit, relativ begrenzte Bereiche des elektromagnetischen Spektrums zu erforschen. Außerdem können die Informationen aus mehreren Filtern gemeinsam verwendet werden, um schöne Bilder wie dieses zu erstellen.

(Anm. d. Red.: Das Weltraumteleskop Hubble ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der National Aeronautics and Space Administration (NASA) und der European Space Agency (ESA).)

Eine größere Version der Aufnahme gibt es unter:
https://cdn.esahubble.org/archives/images/large/potw2423a.jpg

Quelle

(THK)

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