Astro-Bild der Woche: Ein Teil der Großen Magellanschen Wolke im langwelligen Infrarotlicht

Ferninfrarot-Ansicht eines Teils der Großen Magellanschen Wolke, aufgenommen von AKARI. (JAXA)
Ferninfrarot-Ansicht eines Teils der Großen Magellanschen Wolke, aufgenommen von AKARI. (JAXA)

Das Astro-Bild der Woche stellt einen Ausschnitt der Großen Magellanschen Wolke dar, einer Satellitengalaxie unserer Milchstraße. Sie ist knapp 170.000 Lichtjahre entfernt und zusammen mit ihrer kleinen Schwester, der Kleinen Magellanschen Wolke, ein ausgesprochen beliebtes Beobachtungsobjekt am Nachthimmel der süd- lichen Hemisphäre. Beide Magellanschen Wolken weisen eine irreguläre Form auf und gehören wie unsere Milchstraße und die berühmte Andromeda-Galaxie zur so genannten Lokalen Gruppe, einer Ansammlung von ein paar Dutzend Galaxien im Umkreis von rund sieben Millionen Lichtjahren.

Die Aufnahme wurde im Ferninfrarotlicht gemacht, also im Bereich der langwelligen Infrarotstrahlung, genauer gesagt in den Wellenlängen von 60 Mikrometern, 90 Mikrometern und 140 Mikrometern. Sie stammt von dem Weltraumteleskop AKARI, das im Jahr 2006 von der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) in eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn gebracht wurde, aber aufgrund von Schwierigkeiten mit der Energieversorgung mittlerweile außer Betrieb ist. Vorher konnte es seine primäre Beobachtungsmission erfolgreich abschließen. Sie bestand darin, mehr über die Entstehung von Galaxien im frühen Universum zu erfahren und den Himmel im langwelligen Infrarotbereich zu scannen.

Man erkennt zahlreiche Sternentstehungsregionen unterschiedlicher Größe. Die bekannteste von ihnen dürfte der Tarantelnebel (30 Doradus) sein, der im unteren linken Bereich der Aufnahme als auffallend heller Fleck zu sehen ist (astropage.eu berichtete mehrfach darüber: Meldung 1, Meldung 2, Meldung 3). Der gesamte sichtbare Ausschnitt umfasst ein Gebiet von etwa 17.000 mal 17.000 Lichtjahren. Die Sternentstehungsregion 30 Doradus gilt als eine der aktivsten innerhalb der Lokalen Galaxiengruppe. Daher ist sie für Astronomen, die die Entwicklung von Sternen untersuchen, besonders interessant. Die eingebetteten Sternhaufen enthalten einige der massereichsten Sterne, die man bislang beobachtet hat. Das schwerste Exemplar vereinigt schätzungsweise 265 Sonnenmassen in sich, wobei der Wert noch mit gewissen Unsicherheiten behaftet ist und durch nachfolgende Beobachtungen verifiziert werden muss.

Eine größere Version der Aufnahme gibt es hier.

Anmerkung der Redaktion
Die anderen drei Vorschläge für das Astro-Bild der Woche waren:
Bild 1: Hochenergetischer Wind eines toten Sterns
Bild 3: First Light Survey des Weltraumteleskops Planck
Bild 4: Röntgenstrahlung vom Kometen Lulin

(THK)

Werbung

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*