Neue Studie zur Aktivität des Vulkans Kilauea auf Hawaii

Satellitenbild der Insel Hawaii. Der Vulkan Kilauea befindet sich etwas landeinwärts im südöstlichen Teil der Insel. (NASA / Goddard Space Flight Center)
Satellitenbild der Insel Hawaii. Der Vulkan Kilauea befindet sich etwas landeinwärts im südöstlichen Teil der Insel. (NASA / Goddard Space Flight Center)

Im Jahr 1790 wurden auf Hawaii zahlreiche Menschen durch einen explosiven Ausbruch des Vulkans Kilauea getötet. D. A. Swanson vom Hawaiian Volcano Observatory und Kollegen vermuten, dass die meisten Todesfälle durch heiße, schnelle Dampf- und Trümmerwolken verursacht wurden, die die Opfer einschlossen. Die Ablagerungen dieser Ereignisse zeigen sich auf der Oberfläche des westlichen Gipfelbereichs und bedecken ein Aschebett, auf dem menschliche Fußabdrücke erkennbar sind. Die Forschungsarbeit wurde im GSA Bulletin der Geological Society of America veröffentlicht.

Die Fußabdrücke stammen von Kriegern und ihren Familien und erscheinen entlang eines wichtigen Pfades, der zu jener Zeit genutzt wurde. Heute ist das Gebiet einer der meistbesuchten Teile des Hawai’i Volcanoes National Park. Die explosive Eruption war die Folge gewaltiger Wechselwirkungen zwischen dem Grundwasser und dem heißen Gestein. Solche explosiven Ausbrüche haben in der Geschichte des Kilauea häufig stattgefunden und werden wahrscheinlich auch in der Zukunft auftreten, wenn die Caldera zusammenbricht und in den Grundwasserspiegel stürzt, etwa 600 Meter unter dem Gipfel des Vulkans.

Die Eruption von 1790 war explosiv und ihre stärksten Auswirkungen lagen im Gipfelbereich des Vulkans. Die Eruption, die jetzt am Kilauea stattfindet, ist Swanson zufolge effusiv und produziert Lavaströme, die ohne Explosion austreten. Dieser Lavastrom entstammt einem Ort namens Pu’u ‘Ō’ō an der östlichen Bruchzone, weit entfernt von dem Gipfelbereich, und die Lava muss mehrere Kilometer weit fließen, bevor sie bewohnte Gebiete erreicht.

Explosive Eruptionen sind sehr gefährlich – die Todesfälle von 1790 bestätigen diese Tatsache. Lavaströme sind nicht sehr gefährlich für Leben, aber sie können außerordentlich zerstörerisch auf das Land einwirken. Explosive Ausbrüche sind kurz, aber beängstigend. Die Lavaströme dauern dagegen oft Monate oder noch länger an und sind faszinierend für den Beobachter. Der Kilauea zeigt beide Eruptionstypen, aber nicht zur selben Zeit.

Gewaltige explosive Ausbrüche aus dem Gipfel des Kilauea kommen geologisch betrachtet häufig vor. Sie treten normalerweise gehäuft in Perioden auf, die ein paar hundert Jahre dauern. Seit der jüngsten starken Explosion sind etwa 200 Jahre vergangen; sie bildete den Höhepunkt von 300 Jahren mit häufigen explosiven Ausbrüchen. In den vergangenen 200 Jahren hat der Kilauea viele Lavaströme produziert, die mit dem heutigen vergleichbar sind. Im Jahr 1924 fanden kleine Explosionen statt, und während der letzten sechs Jahre gab es sogar noch kleinere Explosionen.

Die Öffentlichkeit ist sich der explosiven Natur des Kilauea nicht bewusst, weil der Vulkan in jüngerer Zeit hauptsächlich Lavaströme ausstieß. Der Kilauea wird irgendwann in der Zukunft fast mit Sicherheit wird explosiv werden und Bedingungen schaffen, die denen von 1790 ähneln. Laut Swanson gibt es jedoch keinen Grund zu denken, dass bald eine Periode gewaltiger Eruptionen einsetzen wird. Die Öffentlichkeit kann in naher Zukunft wahrscheinlich mehr Lavaströme erwarten, wie sie seit drei Jahrzehnten bei Pu’u ‘Ō’ō austreten.

Abhandlung: “Reconstructing the deadly eruptive events of 1790 at Kilauea Volcano, Hawai’i” von D.A. Swanson et al., U.S. Geological Survey, Hawaiian Volcano Observatory

Quelle: http://www.geosociety.org/news/pr/2014/14-82.htm

(THK)

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