Bildveröffentlichung / Hubble: Die Void-Galaxie MCG+01-02-15

Die Galaxie MCG+01-02-15, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble. (ESA / Hubble & NASA and N. Gorin (STScI); Acknowledgement: Judy Schmidt)
Die Galaxie MCG+01-02-15, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble. (ESA / Hubble & NASA and N. Gorin (STScI); Acknowledgement: Judy Schmidt)

Auf dieser Aufnahme sind lediglich drei lokale Vordergrundsterne zu sehen – man kann sie an den vier rechtwinkligen Beugungsspikes erkennen. Alle Objekte neben ihnen sind Galaxien, die wie ein Schwarm Mikroben in einem Tropfen Wasser zu schweben scheinen. Diese Ansicht stammt natürlich nicht von einem Mikroskop, sondern von der Advanced Camera for Surveys (ACS) an Bord des Weltraumteleskops Hubble.

(Anm. d. Red.: Die Beugungsspikes sind eine Folge der bei Hubble verwendeten Optik. Technisch gesehen ist es ein Spiegelteleskop, das – sehr vereinfacht – aus einem Hauptspiegel und einem Fangspiegel besteht.Der Fangspiegel befindet sich vor dem Hauptspiegel und ist an vier dünnen Befestigungsstreben aufgehängt, wovon jede zwei Beugungsspikes verursacht, wenn das Licht sie passiert und auf den dahinter liegenden Hauptspiegel trifft. Da jeweils zwei Streben exakt parallel verlaufen, sind die von ihnen hervorgerufenen Beugungsspikes deckungsgleich. Das Ergebnis sind die vier Beugungsspikes an hellen Sternen.)

Im Vordergrund scheinen sich die Spiralarme der Galaxie MCG+01-02-015 umeinander zu winden und die Galaxie einzuschließen. Die Szene lässt auf zahlreiche galaktische Begleiter von MCG+01-02-15 schließen, aber das ist eine optische Täuschung. Die nüchterne Bezeichnung MCG+01-02-15 bezieht sich auf die Position der Galaxie im Universum: Sie ist eine sogenannte Void-Galaxie und gehört zu den einsamsten im Kosmos.

Die überwältigende Mehrheit der Galaxien ist an Galaxienfilamenten ausgerichtet – das sind fadenähnliche Formationen, welche die großräumige Struktur des Universums bestimmen. Sie werden durch den Einfluss der Gravitation in wellige Fäden gezogen, die den Weltraum durchziehen. Zwischen diesen Filamenten erstrecken sich gigantische Voids (“Leerräume”). Dies sind die Ödländer des Universums, wo es außerhalb der extrem seltenen Anwesenheit einer Galaxie nur sehr wenig Materie gibt – etwa ein Atom pro Kubikmeter. Eines dieser trostlosen Gebiete im Weltall nennt MCG+01-02-15 widerstrebend ihre Heimat. Die Galaxie ist extrem isoliert: Wenn sich unsere eigene Galaxie, die Milchstraßen-Galaxie, an ihrer Stelle befinden würde, hätten wir erst in den 1960er Jahren von der Existenz anderer Galaxien erfahren.

Eine größere Version der Aufnahme gibt es unter:
http://cdn.spacetelescope.org/archives/images/large/potw1545a.jpg

Quelle: http://spacetelescope.org/images/potw1545a/

(THK)

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