NASA-Raumsonde Juno tritt erfolgreich in den Orbit um Jupiter ein

Künstlerische Darstellung der Raumsonde Juno vor Jupiter. (NASA)
Künstlerische Darstellung der Raumsonde Juno vor Jupiter. (NASA)

Nach einer fast fünfjährigen Reise zum größten Planeten des Sonnensystems trat die NASA-Raumsonde Juno mittels einer 35-minütigen Triebwerkszündung in den Orbit um Jupiter ein. Die Bestätigung für die abgeschlossene Triebwerkszündung wurde am Montag, dem 4. Juli 2016 um 11:53 Uhr EDT (17:53 Uhr MESZ) auf der Erde empfangen.

“Der Unabhängigkeitstag ist immer etwas zum Feiern, aber heute können wir neben dem Geburtstag Amerikas noch auf einen anderen Grund anstoßen: Juno ist am Jupiter angekommen”, sagte NASA-Administrator Charles Bolden. “Und was ist amerikanischer als eine NASA-Mission, die mutig dorthin geht, wo keine Raumsonde zuvor war? Mit Juno werden wir das Unbekannte von Jupiters starken Strahlungsgürteln erforschen, um nicht nur tief in das Innere des Planeten zu blicken, sondern auch um zu untersuchen, wie Jupiter entstand und wie sich unser gesamtes Sonnensystem entwickelte.”

Die Bestätigung für den erfolgreichen Eintritt in den Orbit stammt von Juno-Trackingdaten, die an der Navigationseinrichtung am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena (Kalifornien) und am Lockheed Martin Juno Operationszentrum in Littleton (Colorado) überwacht wurden. Die Telemetrie- und Trackingdaten wurden von den Antennen des NASA Deep Space Network in Goldstone (Kalifornien) und Canberra (Australien) empfangen.

“Dies ist das erste Mal, dass es mir egal ist, in der Nacht des 4. Juli in einem fensterlosen Raum zu sitzen”, sagte Scott Bolton, der leitende Wissenschaftler der Juno-Mission vom Southwest Research Institute in San Antonio. “Das Missionsteam hat großartige Arbeit geleistet. Die Raumsonde funktionierte großartig. Es sieht gut aus. Es ist ein großartiger Tag.”

Zu den vorgeplanten Manövern, die zur Triebwerkszündung zwecks Eintritt in den Orbit führten, gehörte es, das Verhalten der Sonde zu ändern, um den Hauptantrieb in die gewünschte Richtung zu drehen und dann die Rotationsgeschwindigkeit der Sonde von zwei auf fünf Umdrehungen pro Minute zu erhöhen und sie bei der Stabilisierung zu unterstützen.

Die Zündung von Junos 645 Newton starkem Leros-1b-Haupttriebwerk begann um 11:18 Uhr EDT (17:18 Uhr MESZ) und verringerte die Geschwindigkeit um circa 1.950 Kilometer pro Stunde (542 Meter pro Sekunde). So konnte Juno in eine Umlaufbahn um Jupiter einschwenken. Kurz nach Abschluss der Triebwerkszündung drehte sich Juno so, dass die Sonnenstrahlen wieder auf die 18.698 einzelnen Solarzellen fallen, die Juno ihre Energie liefern.

“Die Raumsonde funktionierte perfekt, was immer gut ist, wenn man ein Fahrzeug mit 2,7 Milliarden Kilometern auf dem Tachostand fährt”, sagte Rick Nybakken, Juno-Projektmanager vom JPL. “Der Eintritt in den Orbit um Jupiter war ein großer Schritt und der anspruchsvollste des restlichen Missionsplans, aber es gibt noch andere Schritte, die wir durchführen müssen, bevor wir die Mission dem Wissenschaftsteam übergeben können.”

In den kommenden paar Monaten werden das Missionsteam und die Wissenschaftsteams letzte Tests der Subsysteme der Raumsonde und letzte Kalibrierungen der wissenschaftlichen Instrumente durchführen, sowie einige wissenschaftliche Daten sammeln.

“Unsere offizielle wissenschaftliche Datensammlungsphase beginnt im Oktober, aber wir haben eine Möglichkeit gefunden, um Daten viel früher zu sammeln als zu diesem Zeitpunkt”, sagte Bolton. “Das ist eine wirklich gute Sache, wenn man über den größten planetaren Himmelskörper im Sonnensystem spricht. Es gibt hier viel zu sehen und zu tun.”

Junos Hauptziel ist es, den Ursprung und die Entwicklung Jupiters zu verstehen. Mit ihren neun wissenschaftlichen Instrumenten wird Juno die Existenz eines festen planetaren Kerns erforschen, Jupiters intensives Magnetfeld kartieren, die Wasser- und Ammoniakmengen in der tiefen Atmosphäre messen und die Polarlichter des Planeten beobachten. Die Mission wird uns auch einen großen Schritt voranbringen, wenn es darum geht zu verstehen, wie Riesenplaneten entstehen und welche Rolle diese Riesen bei der Bildung des restlichen Sonnensystems spielten. Als unser Hauptbeispiel für einen Riesenplaneten kann Jupiter auch entscheidende Erkenntnisse liefern, um die Planetensysteme zu verstehen, die um andere Sterne entdeckt werden.

Die Raumsonde Juno startete am 5. August 2011 von der Cape Canaveral Air Force Station in Florida. Das JPL betreibt die Juno-Mission für die NASA. Juno ist Teil des New Frontiers Program der NASA, das vom Marshall Space Flight Center in Huntsville (Alabama) für das Science Mission Directorate geleitet wird. Lockheed Martin Space Systems in Denver konstruierte die Raumsonde. Das California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena betreibt das JPL für die NASA.

Quelle: http://www.nasa.gov/press-release/nasas-juno-spacecraft-in-orbit-around-mighty-jupiter

(THK)

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