Das Vermächtnis des Röntgen-Universums und seine Bewahrung

Bildcollage aus acht Objekten, die mit dem Chandra X-ray Observatory im Röntgenbereich beobachtet wurden (Bildbeschreibungen siehe unten). (NASA / CXC / SAO)
Bildcollage aus acht Objekten, die mit dem Chandra X-ray Observatory im Röntgenbereich beobachtet wurden (Bildbeschreibungen siehe unten). (NASA / CXC / SAO)

Jedes Jahr ist der Oktober als American Archive Month vorgesehen. Während viele Leute denken, dass “Archiv” nur staubige Bücher und Briefe bedeutet, gibt es in der Tat viele andere, wichtige Archive. Das schließt den Gebrauch von Archiven für führende Teleskope und Observatorien wie dem Chandra X-ray Observatory der NASA mit ein.

Das Chandra Data Archive (CDA) spielt eine zentrale Rolle bei der Mission, indem es der astronomischen Gemeinschaft und auch der allgemeinen Öffentlichkeit ermöglicht, auf die von dem Observatorium gesammelten Daten zuzugreifen. Die Hauptaufgabe des CDA ist es, Daten zu speichern und zu verteilen, was das CDA mithilfe leistungsfähiger Suchmaschinen erledigt. Das CDA ist eines der Vermächtnisse der Chandra-Mission, das der Wissenschaftsgemeinschaft und der Öffentlichkeit für Jahrzehnte dienen wird.

Um den American Archive Month zu feiern und zu unterstützen, wurden Bilder von acht Objekten im CDA ausgewählt, um sie erstmals der Öffentlichkeit zu zeigen. Diese Bilder repräsentieren die Beobachtungen tausender Objekte, die dank des Archivs für die Welt ständig zur Verfügung stehen.

G266.2-1.2
G266.2-1.2 wurde durch die Explosion eines massereichen Sterns in der Milchstraßen-Galaxie erschaffen. Eine Chandra-Beobachtung dieses Supernova-Überrests enthüllt die Präsenz extrem energiereicher Teilchen. Sie wurden erzeugt, während sich die Schockwelle dieser Explosion in den interstellaren Raum ausbreitet. Auf diesem Bild wurden die von Chandra registrieren Röntgenstrahlen (violett) mit optischen Daten des Digitized Sky Survey (rot, grün und blau) kombiniert.

3C353
Jets, die von supermassiven Schwarzen Löchern in galaktischen Zentren erzeugt werden, können gigantische Energiemengen über große Distanzen transportieren. 3C353 ist eine ausgedehnte Quelle mit der Form eines Doppelkegels. Die Galaxie ist der winzige Punkt im Zentrum und in Chandras Röntgenbeobachtungen (violett) und Radiodaten des Very Large Array (orange) sind riesige Strahlungsbereiche erkennbar.

NGC 3576
NGC 3576 ist eine Region aus leuchtendem Gas im Sagittarius-Arm der Milchstraßen-Galaxie und liegt etwa 9.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Solche Nebel sind Schauplätze für dramatische Entwicklung massereicher Sterne – von ihrer Entstehung in umfangreichen Dunkelwolken über ihre relativ kurze (ein paar Millionen Jahre dauernde) Existenz bis hin zu ihrer Vernichtung in Supernova-Explosionen. Die von Chandra beobachteten, diffusen Röntgendaten (blau) stammen wahrscheinlich von den Winden junger, massereicher Sterne, die durch den Nebel wehen. Optische Daten der Europäischen Südsternwarte (ESO) sind in orange und gelb dargestellt.

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Video-Link: https://youtu.be/v2sRHQSk2_s

Kurze Tour durch das Chandra-Bildarchiv. (NASA / CXC / A. Hobart)

NGC 4945
Diese Aufnahme bietet einen Einblick in die Zentralregion einer Galaxie, deren gesamtes Aussehen dem unserer eigenen Milchstraßen-Galaxie ähnelt. Sie enthält jedoch ein ein viel aktiveres supermassives Schwarzes Loch innerhalb der weißen Region am oberen Bildrand. Diese Galaxie, bekannt als NGC 4945, ist nur 13 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und befindet sich in Kantenstellung. Röntgendaten von Chandra (blau) wurden einem optischen Bild der Europäischen Südsternwarte überlagert und offenbaren die Präsenz des supermassiven Schwarzen Lochs im Zentrum dieser Galaxie.

IC 1396A
Wenn Strahlung und Winde von massereichen, jungen Sternen auf Wolken aus kaltem Gas treffen, können sie die Bildung neuer Sterngenerationen anstoßen. Das könnte in diesem Objekt geschehen, das als Elefantenrüsselnebel (offizielle Bezeichnung IC 1396A) bekannt ist. Röntgendaten von Chandra (violett) wurden mit optischen Daten (rot, grün, blau) und infraroten Daten (orange, cyan) kombiniert, um ein vollständigeres Bild dieser Quelle zu erhalten.

3C 397 (G41.1-0.3)
3C 397 (auch G41.1-0.3 genannt) ist ein galaktischer Supernova-Überrest mit einer ungewöhnlichen Form. Forscher denken, dass sein kistenähnliches Aussehen durch die aufgeheizten Überreste des explodierten Sterns (violett) entsteht, die auf kühleres Gas in der Umgebung treffen. Dieses Kompositbild der Region um 3C 397 enthält auch Infrarotdaten von Spitzer (gelb) und optische Daten des Digitized Sky Survey (rot, grün und blau).

SNR B0049-73.6
Die genauen Einzelheiten, wie massereiche Sterne explodieren, bleibt eine der größten Fragen der Astrophysik. Diese Supernova namens SNR B0049-73.6 in der Kleinen Magellanschen Wolke, einer benachbarten Galaxie, liefert Astronomen ein weiteres ausgezeichnetes Beispiel für eine derartige Explosion. Chandra-Beobachtungen der Dynamiken und Zusammensetzung der Explosionsüberreste unterstützen die Theorie, dass die Explosion durch den Kollaps eines stellaren zentralen Kerns verursacht wurde. Auf diesem Bild wurden Röntgendaten Chandras (violett) mit Infrarotdaten des 2MASS Survey (rot, grün und blau) kombiniert.

NGC 6946
NGC 6946 ist eine mittelgroße Spiralgalaxie, die etwa 22 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist und uns eine frontale Draufsicht bietet. Im Laufe des letzten Jahrhunderts wurden in den Armen dieser Galaxie die Explosionen von acht Supernovae verzeichnet. Chandra-Beobachtungen (violett) haben tatsächlich drei der ältesten Supernovae offenbart, die jemals im Röntgenbereich registriert wurden. Das verleiht dem Spitznamen dieser Galaxie – “Feuerwerksgalaxie” – mehr Glaubwürdigkeit. Dieses Kompositbild umfasst auch optische Daten des Gemini Observatory in rot, gelb und cyan.

Eine größere Version der Bildcollage gibt es unter:
http://chandra.harvard.edu/photo/2013/archives/archives_lg.jpg

Quelle: http://chandra.harvard.edu/photo/2013/archives/

(THK)

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