Bildveröffentlichung / Hubble: Über den Ursprung massereicher Sterne

LHA 120-N 150, eine Substruktur des Tarantelnebels in der Großen Magellanschen Wolke. (Credits: ESA / Hubble, NASA, I. Stephens)
LHA 120-N 150, eine Substruktur des Tarantelnebels in der Großen Magellanschen Wolke. (Credits: ESA / Hubble, NASA, I. Stephens)

Diese Sternentstehungsszenerie, aufgenommen vom Weltraumteleskop Hubble, liegt nahe der Randbereiche des berühmten Tarantelnebels. Diese Wolke aus Gas und Staub und die vielen jungen, massereichen Sterne in ihrer Umgebung sind das perfekte Labor, um die Ursprünge von massereichen Sternen zu untersuchen.

Die helle pinkfarbene Wolke und die jungen Sterne in ihrer Umgebung tragen die nüchterne Bezeichnung LHA 120-N 150. Diese Region des Weltraums befindet sich im Randbereich des Tarantelnebels, der größten bekannten Sternentstehungsregion im lokalen Universum. Der Nebel liegt mehr als 160.000 Lichtjahre entfernt in der Großen Magellanschen Wolke, einer irregulären Zwerggalaxie, welche die Milchstraßen-Galaxie umkreist.

Die Große Magellansche Wolke hatte in ihrer Vergangenheit eine oder mehrere nahe Begegnungen, möglicherweise mit der Kleinen Magellanschen Wolke. Diese Interaktionen haben eine Periode intensiver Sternentstehungsprozesse in unserer winzigen Nachbargalaxie ausgelöst – von denen ein Teil als der Tarantelnebel sichtbar ist.

Der Tarantelnebel ist auch bekannt als 30 Doradus oder NGC 2070 und verdankt seinen Namen der Anordnung der hellen Bereiche, die ein wenig an die Beine einer Tarantel erinnert. Sein Durchmesser beträgt fast 1.000 Lichtjahre. Seine Nähe, die günstige Orientierung der Großen Magellanschen Wolke und das Fehlen von Staub in unserer Sichtlinie machen den Tarantelnebel zu einem der besten Laboratorien, um die Entstehung von Sternen zu untersuchen, insbesondere von massereichen Sternen. Dieser Nebel besitzt eine außergewöhnlich hohe Konzentration an massereichen Sternen, was oft als Supersternhaufen bezeichnet wird.

Astronomen haben LHA 120-N 150 untersucht, um mehr über die Umgebung zu erfahren, in der massereiche Sterne entstehen. Theoretische Modelle der Entstehung von massereichen Sternen schlagen vor, dass sie in Sternhaufen entstehen sollten. Aber Beobachtungen deuten darauf hin, dass bis zu zehn Prozent von ihnen auch in Isolation entstanden. Der riesige Tarantelnebel mit seinen zahlreichen Substrukturen ist das ideale Labor, in dem man dieses Rätsel losen kann, weil massereiche Sterne in ihm sowohl isoliert als auch als Mitglieder von Sternhaufen vorkommen.

Mit der Hilfe des Weltraumteleskops Hubble versuchen Astronomen herauszufinden, ob die in dem Nebel sichtbaren isolierten Sterne tatsächlich allein entstanden, oder ob sie sich nur von ihren stellaren Geschwistern entfernten. Solch eine Studie ist jedoch keine leichte Aufgabe: Junge Sterne, insbesondere massereiche junge Sterne, sehen in ihren frühen Entwicklungsstadien dichten Staubwolken sehr ähnlich.

LHA 120-N 150 enthält mehrere Dutzend dieser Objekte. Sie sind ein Mix aus unklassifizierten Quellen – manche wahrscheinlich junge stellare Objekte und andere wahrscheinlich Staubwolken. Nur eine detaillierte Analyse und Beobachtungen werden ihre wahre Natur offenbaren, und das wird letztendlich helfen, die unbeantwortete Frage nach dem Ursprung massereicher Sterne zu lösen.

Hubble hat den Tarantelnebel und seine Substrukturen bereits mehrfach beobachtet – immer interessiert an der Entstehung und Entwicklung von Sternen.

Eine größere Version der Aufnahme gibt es unter:
https://cdn.spacetelescope.org/archives/images/large/heic2004a.jpg

Quelle

(THK)

Werbung

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*